Orchidee (Phalaenopsis)

Phalaenopsis ist eine Pflanzengattung aus der Familie der Orchideen (Orchidaceae).

Die aus den tropischen Regenwäldern stammenden Phalaenopsis ist als Zierpflanze sehr beliebt.

Es gibt zahlreiche großblumige Hybriden und auch reine Arten die als Sammlerobjekte begehrt sind.

 

Pflege der Phalaenopsis
Die Phalaenopsis Pflege ist einfach, die Orchidee verzeiht auch den einen oder anderen Pflegefehler.

Gesunde Exemplare erkennt man an halb aufrecht stehenden Blättern mit einer glatten, straffen Oberfläche. Zusammengefasst kann man sagen, die Phalaenopsen gedeihen gut, wenn man sie an einem hellen, luftigem aber nicht zugigem, warmen und luftfeuchten Platz pflegt.

Die natürlichen Standorte der Phalaenopsis weisen durchschnittliche Tagestemperaturen von 25 °C bis 35 °C und Nachttemperaturen zwischen 15 °C und 25 °C auf. 

Während der Wachstumszeit fallen hohe Niederschlagsmengen, die Luftfeuchtigkeit ist ganzjährig hoch. Phalaenopsis gedeihen überwiegend an halbschattig bis hellen Standorten, ohne direktes Sonnenlicht.

Selten finden sich jedoch auch Habitate in voller Sonne.

Die Orchideen der Gattung Phalaenopsis wachsen vorwiegend als einstämmige Epiphyten.

Der dicke, aufrecht stehende und, bis zu 12 cm hohe Stamm einer Phalaenopsis bildet breite, fleischige, wechselständig wachsende Blätter, die bei den meisten Phalaenopsis nach unten geneigt sind.

Phalaenopsis bilden am Stamm zwischen den unteren Blättern Luftwurzeln aus.

Ähnliche Wurzeln breiten sich auch über das Substrat aus.

Den Blattachseln der Orchideen entspringen bis zu 100 cm lange, elegant gebogene Blütenschäfte.

An den locker-traubigen oder rispenartigen Schäften der Phalaenopsis bilden sich bis zu 30 schmetterlingsähnliche Blüten in einem Blütenstand.

Die Blüten einer Phalaenopsis können zu jeder Jahreszeit erscheinen und halten sich bis zu drei Wochen. Neben den Phalaenopsis Arten gibt es zahlreiche Hybriden und Sorten dieser hübschen Orchideen mit eleganten Blüten, die unter der botanischen Bezeichnung Phalaenopsis-Hybriden zusammenfasst sind.


Standort / Licht
Man pflegt die Phalaenopsis während des ganzen Jahres hindurch an einem hellen, aber nicht vollsonnigem Platz.

Phalaenopsen vertragen für kurze Zeit zertstreutes Sonnenlicht, die Orchideen sind jedoch empfindlich gegenüber direkter Sonnenbestrahlung während der Mittagsstunden.

Pralle Sonne führt meist schnell zu Verbrennungen.

Den Sonnenbrand erkennt man an dunklen Blattflecken.

Nach Eingewöhnung kann man die Phalaenopsis auch an relativ lichtarmen Standorten, wie z.B. einem nicht abgeschattetem Nordfenster (ohne gegenüberliegende Bebauung oder Bewuchs durch Bäume, etc.) pflegen. Ideal sind nach Osten- oder Westen ausgerichtete Blumenfenster.

Auch Südfenster kommen als Standort in Frage, die kräftige Sonne muss hier aber durch Gardinen, vorgestellte Pflanzen oder ähnliches deutlich abgeschwächt werden.

In den kurzen, lichtarmen Wintertagen kann man die Phalaenopsis Orchideen durch eine zusätzliche künstliche Beleuchtung und eine Temperaturabsenkung während der Nacht zur Bildung von Blütenknospen anregen.

An Tagen mit niedriger Luftfeuchtigkeit sollten die Phalaenopsis öfter besprüht werden.

 

Gießen / Wässern
Man gießt Phalaenopsen regelmäßig.

Vor dem nächsten Wässern lässt man das Substrat leicht abtrocknen aber niemals austrocknen.

Bei durchschnittlichen Zimmertemperaturen und mittelgroßen Pflanztöpfen gießt man durchschnittlich einmal pro Woche, so hält man die Orchideen zwischen mäßiger Feuchtigkeit und leichter Trockenheit.

 

Einsprühen

Um die Pflanzenbasis herum wachsen fleischige, silbrige Luftwurzeln, die sich von den im Substrat befindlichen Wurzeln unterscheiden.

Während der Wachstumsphase verlängern sich die silberfarbenen Luftwurzeln, erkennbar an den grünen Wurzelenden.

Die frischen Wurzelspitzen überziehen sich mit einem weiß-silbrigen, Feuchtigkeit aufnehmendem Belag.

Die Luftwurzeln sollten hin und wieder leicht besprüht werden.

 

Gießfehler vermeiden

Sollte das Substrat der Phalaenopsen einmal zu stark abgetrocknet sein, stellt man das Pflanzgefäß für etwa

5 Minuten in eine Schüssel mit Wasser.

Der Wasserstand darf nicht so hoch sein, dass das Herz der Orchidee im Wasser steht, ansonsten kann es zur Fäulnis an der Pflanzenbasis führen.

Dies hätte eine Blühpause von einigen Jahren zur Folge.

Auf den Blättern und im Herz der Orchidee darf kein Wasser stehenbleiben.

Alle Blätter sollten vor Nachteinbruch wieder abgetrocknet sein, denn die Phalaenopsen werden leicht von Fäulnis und Pilzkrankheiten befallen.

Die Pflanze bekommt schwarze Flecken, wenn Nachts Wassertropfen auf den Blättern bleiben.

Am besten wird eine Phalaenopsis am frühen Morgen gegossen.

Die Orchideen vertragen keine Staunässe. Überschüssiges Wasser muss deshalb frei ablaufen können oder spätestens 5 Minuten nach dem Gießen aus dem Übertopf zügig abgeschüttet werden.

 

Wasserqualität

Als Gießwasser und zum Besprühen nimmt man für die Phalaenopsis weiches, abgestandenes und handwarmes Wasser.

Wenn möglich, verwendet man sauberes, bei Bedarf gefiltertes Regenwasser.

 

Überwintern / Ruheperiode
Die Phalaenopsis legt keine Ruheperiode ein und wächst das ganze Jahr über.

Aufgrund des während der Wintermonate geringeren Lichtangebotes, verlangsamt sich das Wachstum der Orchideen jedoch deutlich.

 

Blüten, Blütenbildung

Am Grunde der Pflanze erkennt man in den Blattachseln die Anlage für neue Blütenstände.

Zuerst bildet sich eine kleine, grüne Ausbuchtung und ähnelt einer herauswachsenden Wurzel.

Mit zunehmender Entfaltung verlängert sich der Blütenstand und man erkennt bereits den beginnenden Knospenwuchs.

Während der darauffolgenden Wochen vergrößern sich die Knospen und beginnen dann sich einzeln, manchmal auch paarweise, zu öffnen.

 

Blütezeit

Phalaenopsis-Arten blühen meist zwischen Herbst bis Frühjahr.

Phalaenopsis-Hybriden können ganzjährig Blüten bilden.

Besonders ältere, bereits ausgereifte Phalaenopsen können über mehrere Jahre hinweg fast ununterbrochen blühen.

Aber auch jüngere Exemplare erfreuen uns mit zwei bis drei Blütenständen pro Jahr.

Bei zahlreichen Arten und Hybriden wachsen nach der ersten Blüte Verzweigungen und Verlängerungen an den alten Blütenständen.

Man erkennt den Wuchsansatz frühzeitig an einigen kleinen verborgene Knoten entlang des Blütenstandes. Schneidet man nach der Blüte den oberen Teil des Blütenstandes zwischen zwei oberen Knoten ab, regt man die Bildung eines neuen Blütenstandes aus den schlafenden Augen an.

 

Temperatur
Die weiß und rosa blühenden Arten pflegt man ganzjährig in einem Temperaturbereich zwischen 13 und 30 °Celsius.

Ideal sind 23 °C tagsüber und 18 °C Nachttemperatur.

Die bunten Phalaenopsis-Arten mögen es etwas wärmer, der Temperaturbereich sollte sich ganzjährig zwischen 16 und 30 °Celsius bewegen.

Ideal sind 25 °C tagsüber und 20 °C Nachttemperatur.

Die angegebenen Temperaturen sollte man nicht über- oder unterschreiten.

Extreme Temperaturen und Temperaturschwankungen führen zu Hitze- oder Kältestress.

Sind die Temperaturen über das zuträgliche Maß hinausgestiegen, äußert sich dies durch gelbe und verwelkte Blätter.

Bei zu kalter Pflege oder nach einem kräftigem Kälteschock, z. B. durch übermäßiges Lüften im Winter, werden die Blätter weicher, schlaff und manchmal durchsichtig.

Phalaenopsen die nicht zu stark geschädigt sind, können sich wieder erholen, wenn man sie im geeigneten Temperaturbereich pflegt.

 

Erde / Substrat
Als Substrat für eine Phalaenopsis verwendet man Osmunda-Fasern, Baumrinde oder eine grobe Erde auf Torfbasis.

Zur Verbesserung des Wasserabzugs gibt man zunächst eine etwa 4 cm hohe Schicht Tonscherben in das Pflanzgefäß.

Die Orchideen der Gattung Phalaenopsis gedeihen sehr gut in Holz- oder Drahtkörben, die man mit Sphagnum auslegt.

 

Umtopfen
Neu gekaufte Phalaenopsen müssen erst einige Jahre nach dem Kauf umgetopft werden.

Später topft man ältere Phalaenopsisum im Abstand von 2 bis 3 Jahren um.

Die günstigste Zeit ist das Frühjahr.

Die Orchideen dürfen zum Umtopfen nicht in Blüte stehen.

Ungünstig ist es auch, wenn die Pflanzen bereits mit dem Wachstum begonnen haben und das neue Blatt noch sehr klein ist.

Die alte Erde wird aus den Wurzeln geschüttelt, und sämtliche abgestorbenen toten Wurzeln der Orchidee werden abgeschnitten.

Auch lebende Wurzeln können bei Bedarf etwas gestutzt werden.

Nach dem Umtopfen stellt man die Phalaenopsis 3 bis 4 Wochen lang an einen schattigen Platz.

Eine gut umgetopfte Pflanze erholt sich schnell und wird bald weiterwachsen.


Düngen / Nährstoffbedarf
Während der Hauptwachstumszeit bekommt die Phalaenopsis bei jedem dritten Gießvorgang einen handelsüblichen Orchideendünger nach Herstellerangaben.

Während des Winters düngt man seltener, zwischen November und März reichen meist ein bis zwei Düngergaben aus.

 

Schneiden
Phalaenopsis können am selben Blütenstängel mehrmals blühen.

Daher wird der Blütenstängel nach der Blüte nicht vollständig entfernt.

Zählen sie am Blütenstand von unten 3 Augen ab und schneiden Sie den Trieb kurz über dem dritten Auge ab. Nach einer Weile treibt er seitlich wieder aus.